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Buch Griechischer Wein

Ein etwas anderes Griechenland

Reinhard A. Magnus
ISBN  978-3-00-044236-0
174 Seiten, broschiert
Größe:  19 x 13 x 1,4 cm

Erhältlich als e-book, Kindel Edition 7,20 Euro bei Amazon und auf Anfrage sind gedruckte Exemplare (16,90 Euro incl. Versand) auch beim Autor erhältlich.
Kontakt per e-mail:   Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Es ist keine Hommage an Griechenland!
Was in diesem Buch beschrieben wird, ist Griechenland, bloß anders, aus der Sicht eines deutschen Unternehmers. Der 5 Jahre lang versuchte sich in Griechenland eine neue Heimat aufzubauen. Und nach dieser Zeit der Anstrengungen und Kapitaleinsätzen zum Aufgeben gezwungen wurde.
Tipp: Sind erst mal die ersten Seiten vom Buch gelesen wird es spannend und der Unternehmer gibt einiges privates von sich preis!

                          Der Olivenhändler
 
In Katharini lerne ich mit "Papi" in der Innenstadt einen Mann kennen.
Er ist Olivenhändler und handelt mit den wohl besten Oliven die es gibt.
Sein Geschäft ist ein kleiner Laden, nicht größer als eine Garage, sieht auch so aus mit einem Garagentor als Eingang, vorne sitzt der Mann an einem „Tresen“ auf einem alten verschlissenem Sessel, ein alter Tisch und ein paar wackelige Holzstühle stehen daneben, für die Gäste.
So wackelig das ich bedenken hatte mich zu setzen.
Im hinteren Bereich sind ca. 80 cm hohe Fässer mit Oliven, Schwarze, mit Stein, ohne Stein, Grüne, mit Stein oder auch ohne Stein(Kern), die Garage ist gut gefüllt mit diesen Fässern, es sind etwa 40 Stück.
Er fragt mich ob ich gerne welche Probieren möchte, ich sage "ja gerne" und koste von den Oliven, den Grünen mit Stein.
Die schmeckt fantastisch, sehr mild, nicht so Intensiv bitter wie die Italienischen oder Spanischen Oliven.
Er sagt "ja, das sind Oliven aus Chalkidiki, die besten der Welt".
Ich denke, na ja "die besten der Welt" aber vielleicht hat er da recht, so gute habe ich noch nie gegessen.
Ich sehe auch Kanister mit Olivenöl in Regalen an der Wand, es sind 5 Liter Kanister, solche habe ich in Deutschland noch nie gesehen, nur die 1 Liter Flaschen. Es ist kaltgepresstes Olivenöl, das ist so mild das man es ohne weiteres pur trinken kann.
Wir kommen ins Gespräch, ich frage ihn wie das Geschäft den so läuft und er sagt: "na ja es läuft ganz gut".
Stavros der "Papi" sagt zu mir, „dieser Mann hat den größten Olivenhandel in Nordgriechenland, was du hier siehst ist eigentlich nur sein Büro.
Von hier werden die Lkws, und ich meine nicht die kleinen Dinger, sondern 38 Tonner Sattelzüge nach Deutschland, Holland, Österreich, Italien, Spanien, Frankreich und so weiter dirigiert.
Ich frage wie dirigiert?
Na ja, er hat zehn 38 Tonner, die täglich unterwegs sind um die Ware auszuliefern in die Länder.
Das sind Tausende von Tonnen Öl und Oliven jährlich.
Dann ist der Mann doch stinkreich, denke ich mir.
Ich schaue mich um und sage, „was, von hier wird das alles gemacht und Exportiert?“
"Nein oder eigentlich Ja", die Lkws laden direkt bei den Genossenschaften und den Ölmühlen in ganz Chalkidiki, auch bei den Bauern, hier sind nur die Probierfässer und das Alibi für den Fiskus.
Aber warum hat der Mann den dann so eine alte Klitsche hier?
Stavros sagt, wenn die Leute vom Finanzamt kommen und sich hier umschauen um die Steuer einzuschätzen, wie es in Griechenland üblich ist, dann sehen sie nur die alte Kiste und er muss kaum Steuern bezahlen.
Wenn die Wüssten wie viel Geld er wirklich verdient müsste er dies auch Versteuern, das währen Millionen und das will er natürlich nicht.
Das heißt der Mann macht Millionen ohne Steuern dafür zu bezahlen?
Ja klar, so ist das System hier, es machen alle so.
Ich frage "Papi", warum fährt er denn dann so ein kleines altes Auto, einen Renault 9, wenn er so viel Geld hat?
Er sagt, wenn er ein großes Auto kaufen würde, würde er bei der Zulassung angeben müssen, wie viel Geld er verdiene und somit auch gleich eine entsprechende Steuer auf das Auto zahlen müßen.
Was heißt, wenn er einen BMW 5er oder 7er zum Beispiel kaufen würde, der in Deutschland etwa 50.000 Mark kostet, dann kostet der Wagen hier mit Sondersteuer, die jeder für Autos zahlen muss, etwa 500.000 Mark und die Leute vom Finanzamt wollen auch noch wissen, woher das Geld ist. Klingt plausibel.
Aus Sicht der Griechen.
Das ist also der Grund warum viele hier in Griechenland alte Autos fahren, erstens sind sie teuer und zweitens müssten die dann Steuern zahlen.
 Ich denke an die Dame in der Marina mit einem Riesen Motorschiff, eine Jacht wie man sie auch in Frankreich an der Cote da Sür, oder in Italien sieht, etwa 25 Meter lang, schneeweiß mit schwarzen Fenstern, die Dame ist Verlegerin einer der größten Zeitschriften in Griechenland, sie fährt auch einen Rolls Royce, mit Schaffeur.
Der alte Mann sagt: „ Ja ich kenne die Frau, der Wagen hat etwa eine Million umgerechnet gekostet, das Schiff etwas über 5 Millionen.
Damit die Liegegebühr und evtl. Steuern niedrig zu halten sind, hat sie das Schiff als "Touristenschiff mit Verleih" deklariert und vermietet es angeblich.
Ich sage, das ich aber noch nie einen Menschen gesehen habe der das Schiff, außer ihr betreten hat, denn das Schiff liegt neben mir und ich müsste das doch sehen, beide lachen und sagen: „Ellada ine“, Griechenland eben.
 Ich verstehe nun auch die Blicke der Griechen, die sich den Kopf nach meinem Mercedes 500 verdrehen, einen Schwarzen, tiefergelegt mit breiten Reifen, die schauen nicht, weil das ein schönes Auto ist, sondern die denken der Kerl ist verrückt, ein Basketballspieler oder Fußballer bestimmt, der muss sich dumm an Steuern zahlen, wenn er jedem Zeigt was er für ein Auto hat.













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